Franz Reindl in der IIHF: Was es für deutsches Hockey heißt
Franz Reindl ist seit dem 2. Oktober 2026 Präsident des Eishockey-Weltverbandes IIHF. Der Deutsche setzte sich auf der spanischen Insel Teneriffa in einer Stichwahl mit 60:57 Stimmen gegen Petr Bříza durch, nachdem er im ersten Wahlgang noch mit 48:36 zurückgelegen hatte und erst nach dem Ausscheiden des Kirgisen Aivaz Omorkanov entscheidende Stimmen hinzugewann. Seine Amtszeit läuft bis 2030.

Tima Miroshnichenko / Pexels
Eine knappe Wahl auf Teneriffa
Die Entscheidung fiel auf dem Semi-Annual Congress der IIHF, der nach Angaben des Verbandes vom 30. September bis 2. Oktober 2026 auf Teneriffa stattfand. Nach der Darstellung von Sport1 waren zwei Wahlgänge nötig, im ersten führte der frühere tschechische Nationaltorwart Petr Bříza mit 48 Stimmen vor Reindl mit 36, in der Stichwahl gewann Reindl mit 60:57, und von den neun Kandidaten hatten sich sechs noch vor der Wahl zurückgezogen.
Reindl ist damit erst der zweite Deutsche an dieser Stelle. Wie die Deutsche Eishockey Liga meldete, folgt Reindl als zweiter deutscher IIHF-Präsident auf Günther Sabetzki, der das Amt von 1975 bis 1994 innehatte.
Frank Lutz, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Eishockey-Bundes, ordnete die Wahl ein. Gegenüber Sport1 sagte Lutz, Reindl habe das deutsche Eishockey über Jahrzehnte geprägt, als Spieler, vor allem aber in seinen Funktionen für den Verband, und dass die internationale Eishockeyfamilie ihm nun die Führung der IIHF anvertraue, sei eine große Anerkennung seiner Arbeit, auch mit Blick auf die Weltmeisterschaft 2027 im eigenen Land.
Vom Torjäger zum Funktionär
Vor der Verwaltungslaufbahn stand die Karriere als Spieler. The Hockey News hält fest, dass Reindl nie in der NHL spielte, dafür aber die deutsche Liga dominierte und dort 386 Tore sowie 753 Punkte in 608 Spielen erzielte. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP war Reindl Stürmer der westdeutschen Mannschaft, die 1976 vor den USA und Finnland die Bronzemedaille holte, und wurde IIHF-Präsident fünf Jahre nachdem er Luc Tardif unterlegen war.
Internationale Turniere wie die IIHF-Weltmeisterschaften oder der World Cup of Hockey verfolgen Fans auf verschiedenen Plattformen, wobei Wettanbieter rund um solche Ereignisse unter anderem Angebote wie den Sportwetten Bonus bei internationalen Eishockeyturnieren bereitstellen.
Der Übergang ins Funktionärswesen begann unmittelbar nach dem Karriereende. Nach der Darstellung von The Hockey News stieg Reindl 1988 ins Trainergeschäft ein, zunächst als Cheftrainer beim Zweitligisten SC Riessersee, bevor er zum Trainerstab der Nationalmannschaft stieß, danach kehrte er 2000 als General Manager zurück und hatte diese Rolle bis 2012 inne. Im Jahr 2016 war Reindl laut demselben Bericht General Manager von Team Europe beim World Cup of Hockey.
Reindls Jahre beim Nationalteam
Die Stationen beim Deutschen Eishockey-Bund reichen weit zurück. Nach Angaben der NHL arbeitete Reindl nach seinem Karriereende 1988 zunächst als Trainer und Manager beim SC Riessersee, wechselte 1991 zum DEB, war dort unter anderem als Sportdirektor, Generalsekretär und Geschäftsführer tätig und stand von 2014 bis 2022 als DEB-Präsident an der Spitze des Verbands.
Auch international hatte Reindl vor der Präsidentschaft eine dokumentierte Rolle. Dieselbe Quelle hält fest, dass Reindl seit 2016 dem IIHF Council angehörte, Vorsitzender verschiedener Komitees war und von 2018 bis 2022 als Vizepräsident der Champions Hockey League fungierte. Wer die institutionelle Grundlage nachlesen will, findet in dem Bericht über Reindls Mitgliedschaft im IIHF Council den dokumentierten Beleg für diese Jahre vor dem höchsten Amt.
Die Nachfolge von Luc Tardif
Reindl übernimmt das Amt von einem Vorgänger, der freiwillig zurücktrat. Nach Angaben von The Sports Network kündigte Tardif im März an, nicht erneut zu kandidieren, mit der Begründung, es sei Zeit für eine jüngere Führung, wobei Reindl mit 71 Jahren nur zwei Jahre jünger ist als sein französischer Vorgänger.
Nach der Darstellung von The Sports Network war Tardifs Amtszeit von der Rückkehr der NHL ins olympische Eishockey für die Spiele in Mailand und Cortina sowie vom Ausschluss russischer Teams nach dem Angriff auf die Ukraine 2022 geprägt. Dem SRF zufolge will Reindl in seiner Rolle besonders die Kommunikation mit der NHL verbessern, um nicht vor jeden Olympischen Spielen das gleiche Theater zu haben.
Was die DEL davon haben kann
Reindls Wahl fällt in eine Phase, in der ein Klub die deutsche Liga dominiert. Nach Angaben der Enzyklopädie-Dokumentation zur DEL-Saison 2025/26 waren die Eisbären Berlin zweimaliger Titelverteidiger und bezwangen die Adler Mannheim im Finale, um ihren dritten Titel in Folge und den insgesamt zwölften zu gewinnen. Sport1 berichtete, dass der Hauptstadt-Klub im fünften Finalspiel die dritte Meisterschaft in Folge und die fünfte in den vergangenen sechs Spielzeiten perfekt machte.
Der Weg dorthin verlief über die Playoffs, nicht über die Hauptrunde. Nach der Darstellung von Sport1 beendeten die Eisbären die reguläre Spielzeit nur auf Rang sechs, rafften sich in den Playoffs aber auf und bezwangen zunächst die Straubing Tigers und anschließend den Hauptrundenprimus aus Köln jeweils in sechs Spielen.
Kurzzusammenfassung
- Franz Reindl setzte sich auf Teneriffa mit 60:57 gegen Petr Bříza durch und ist seit dem 2. Oktober 2026 IIHF-Präsident bis 2030, laut AP.
- Reindl ist der zweite deutsche IIHF-Präsident nach Günther Sabetzki, laut der Deutschen Eishockey Liga.
- Die Eisbären Berlin holten 2026 den dritten DEL-Titel in Folge und den zwölften insgesamt, laut Sport1.
Ein Deutscher an der Spitze des Welteishockeys
Mit Reindl rückt zum zweiten Mal überhaupt ein Deutscher an die Spitze des Weltverbandes, zu einem Zeitpunkt, an dem Deutschland als Gastgeber im Fokus steht. Der FAZ-Bericht zur Wahl ordnet die Personalie in den sportpolitischen Kontext des Weltverbands ein und beleuchtet, was Reindls Aufstieg zum IIHF-Präsidenten für die Ausrichtung der Weltmeisterschaft 2027 in Deutschland bedeuten könnte.
Nach Angaben der NHL dürfte dabei die Weltmeisterschaft 2027 in Deutschland eine besondere Bedeutung haben. Nach der Wikipedia-Dokumentation ist Reindl seit dem 2. Oktober 2026 IIHF-Präsident, gewählt für eine Amtszeit bis 2030.












